Rufbereitschaft am Telearbeitsplatz

Wenn im Arbeitsvertrag steht "...die Zeiten der #Rufbereitschaft legt der Arbeitgeber nach billigem Ermessen fest" bedeutet dass, dass der Arbeitgeber von seinem Direktionsrecht gem. § 315 BGB Gebrauch macht und festlegt, wann der Arbeitnehmer Rufbereitschaft hat. Er muss im Zweifel darlegen und beweisen, dass es die betriebliche Situation z.B. Auftragslage, Personalsituation erfordert, dass der Arbeitnehmer sich auf Abruf bereithält. Hierbei muss er aber auch immer die Interessen des Arbeitnehmers berücksichtigen. Im Übrigen ist Rufbereitschaft grundsätzlich keine Arbeitszeit, da der Arbeitnehmer
auch zu Hause auf der Couch oder im Club in Rufbereitschaft sein kann. Arbeitszeit ist es erst dann, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich zum Einsatz gerufen wird. Anders der Bereitschaftsdienst. Hier befindet sich der Arbeitnehmer meistens vor Ort beim Arbeitgeber auf "Bereitschaft" z.B. im Bereitschaftsraum bzw zumindest an einem vom Arbeitgeber festgelegten Arbeitsort. Dies ist dann auch Arbeitszeit, da der Arbeitnehmer örtlich nicht mehr flexibel ist. Fraglich ist, wie ist die Rechtslage, wenn der Arbeitnehmer einen fest eingerichteten #Telearbeitsplatz i.S.d. ArbeitsstättVO hat. Wenn der Arbeitnehmer am Telearbeitsplatz auf Abruf bereitstehen muss, ist das eher Bereitschaftsdienst, weil er an den Ort gebunden ist und somit wäre das Arbeitszeit.
2017-08-05 01:02 Uhr

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Paddy Gsell

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